Das richtige Timing ist entscheidend, um sinnvolle Jungwildrettung zu betreiben. Legt man zu früh oder zu spät los, sind alle Bemühungen weitgehend umsonst.
Wiesen sollten einen Tag vor der Mahd bereits durchlaufen werden, um dafür zu sorgen, dass sie ordentlich nach Mensch riechen. Wenn Sie einen Hund haben, nehmen Sie den (unbedingt an der kurzen Leine!) gerne mit. Je mehr er nach Hund riecht, desto besser.
Stellt man sie zu früh auf (2 Tage vor der Mahd), gewöhnen sich die Tiere daran.
Stellt man sie zu spät auf, hat die Ricke keine Zeit mehr, darauf zu reagieren.
Der Einsatz von Wärmebildtechnik setzt im Unterschied zu Vergrämungsmaßnahmen auf das Aufspüren und Sichern von Jungwild. Diese Maßnahme ist nur kurz vor der Mahd sinnvoll. Aufgefundene Tiere werden in Boxen gesichert. Darüber, wie lange Jungwild maximal in einer Box verbleiben sollte, herrscht kein eindeutiger Konsens. Unbestritten ist aber: so kurz wie möglich.
Folgendes ist deshalb zu bedenken:
- Drohneneinsätze mit Wärmebildtechnik setzen voraus, Wärmequellen vom Rest gut unterscheiden zu können. Das geht am besten, wenn die Umgebung kühl ist, sprich: in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang.
- Landwirte sollten ihre Wiesenmahd deshalb ebenfalls in diese Zeit legen: Sobald eine Wiese von Tieren "befreit" ist, sollte keine Zeit mehr verloren gehen, sondern umgehend gemäht werden.
- Die gesicherten Tiere müssen nach der Mahd umgehend wieder aus den Boxen befreit werden.
Auch hier gilt: Eine reibungslose Absprache mit dem Landwirt ist das A und O.
Bitte beachten Sie:
- Kitze werden idealerweise in einem nahegelegten Gebüsch freigelassen. Aus dem Sichtschutz heraus rufen sie nach ihrer Mutter.
- Bei Junghasen verhält es sich anders. Bitte lesen Sie hierzu folgende Informationen.