Finden Sie ein Kitz, kommt es darauf an, ob am selben Tag oder erst am Tag danach gemäht wird.

Ein Kitz wird am Tag vor der Mahd gefunden

Die kleinen Kitze haben in den ersten Lebenswochen - zum besseren Schutz vor Feinden - einen "Drückreflex", d. h. bei Gefahr flüchten sie nicht, sie drücken sich noch fester an den Boden und verharren regungslos.
Zu Ihrer Sicherheit werden sie von Ihrer Mutter im hohen Gras versteckt und liegen dort alleine. Die Ricke, also die Rehmutter, kommt drei- bis viermal am Tag vorbei, versorgt ihr Kitz und führt es auch immer mal wieder an neue Plätze.

Ein Kitz, das alleine in einer Wiese liegt, muss also nicht gerettet werden, entdeckt man mal eines, lässt man es in Ruhe und entfernt sich rasch wieder.

Ein Kitz wird am Tag der Mahd gefunden

Im Idealfall ziehen Sie sich Einweghandschuhe an und reißen ein ordentliches Büschel Gras aus der Wiese. Haben Sie keine Handschuhe, pflücken Sie etwas mehr Gras.
Nehmen Sie das Kitz mit den Grasbüscheln vorsichtig auf, sodass Sie selbst nicht in Berührung mit dem Tier kommen.

In den ersten Lebenswochen haben Rehkitze noch keinen eigenen Geruch. Das schützt sie vor Feinden, denn diese können das Junge nicht aufspüren. Fassen Sie ein Kitz mit bloßen Händen an, hinterlassen Sie auf seinem Körper einen menschlichen Geruch. Die Mutter würde es nicht wieder annehmen und das Kleine müsste verhungern.

Setzen Sie das Kitz nun in einen Pappkarton, den Sie ebenfalls mit Gras ausgelegt haben, oder „verstecken“ es in einem Gebüsch, das einige Meter von der zu mähenden Wiese entfernt ist und genau so viel Schutz und Deckung bietet wie das hohe Gras der Wiese.
Wenn alles vorbei ist, wird das Kleine durch Schreie auf sich aufmerksam machen, sodass die Mutter es ohne Weiteres wieder findet.