Es muss nicht immer teures Equipment sein. Auch einfache Hilfsmitteln
können es Ricken und ihren Kitzen ungemütlich machen, sodass sie über
Nacht auf eine andere Wiese ziehen.

Windrädchen und Rascheltüten
Flatterbänder und Raschetüten lassen sich leicht selbst zusammenbasteln. Bildergalerie
Technische Hilfsmittel

Einen Tag vor der Mahd empfiehlt es sich auserdem, Wildscheuchen zu installieren, die die Tiere dazu bewegen, die Wiese zu verlassen. Eine Kombination aus Piepton und Blinklicht kann für ausreichend Beunruhigung sorgen, sodass beispielsweise Hasen fliehen und Ricken den Platz für ungeeignet befinden und ihr Junges nachts aus der Wiese führen.

Achten Sie bitte darauf, auch eine Fluchtmöglichkeit zu lassen. Es ist den Tieren nicht gedient, wenn eine Wiese von lauten Wildscheuchen umstellt ist. Lassen Sie die Seite frei, von der aus fliehende Tiere den kürzesten Weg zu einer neuen Deckung haben.

Kurz vor der Mahd kommen mitunter Infrarot-Messgeräte zum Einsatz. Die Sensoren der Geräte reagieren auf Wärme und geben einen Signalton ab, sobald sie ein Tier erkennen:
Die Firma i_s_a_ bietet beispielsweise entsprechende Geräte an.
Nachteil: Man muss sehr nah am Tier sein, beinahe schon in Sichtweite, was bedeutet, dass die Reichweite recht eingeschränkt ist. Zudem muss der Einsatz sehr früh am Morgen erfolgen, da die Geräte so empfindlich sind, dass sie unter Sonneneinstrahlung bereits sehr rasch auch Mauwurfshügel und anderes melden, das sich mit der Zeit erwärmt hat.

Während der Mahd können Landwirte mit Schallkanonen arbeiten, die schnell und einfach auf den Mäher montiert werden. Der Schalldruck, der ausschließlich nach vorne geht, treibt die schreckhaften Tiere aus ihren Betten, während der Landwirt von dem lauten Ton kaum etwas mitbekommt. Allerdings müssen Jungtiere bereits in einem Alter sein, in dem sie einen Fluchtinstinkt entwickelt haben.
Schallkanonen finden Sie zum Beispiel bei Mohr + Partner.

Rauchmelder als Scheuchen

Rauchmelder geben bekanntlich unangenehme, laute Töne ab. Auch damit machen Sie eine Wiese für eine Ricke und ihr Kitz extrem ungemütlich. Lassen Sie die lästigen Piepser aber höchstens eine Nacht vor der Mahd laufen!
Um die Rauchmelder auch ohne Rauch zum Alarm zu zwingen, ist ein bisschen technische Tüftelei notwendig. Packen Sie das Gerät anschließend in eine Plastiktüte und stellen Sie sicher, dass das Ganze wasserdicht ist.

Hier ist jedoch, wie bei allen weiteren Vergrämungsmaßnahmen auch, etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Im Regelfall reicht ein Feuermelder pro Hektar, nur im Ausnahmefall und je nach Landschaftsstruktur muss ein zweites Gerät im Feld ausgebracht werden.
Der Melder hängt an einer Stange und wird mithilfe der oben angebrachten Schraube aktiviert, woraufhin ein nervtötender Dauerton erschallt, der fast genau die Frequenz des Angstfieps hat. Ricken werden, wie andere Wildtiere auch, genervt und verängstigt und somit dazu animiert, ihre Kitze aus dem Feld zu holen.
Wichtig ist hierbei, dem Rehwild eine Rückzugsmöglichkeit zu lassen. Ein Kitz kann nicht weit laufen, daher muss man unbedingt eine Flucht- und Rückzugsmöglichkeit schaffen. Viel zu große Wiesen ohne Feldgehölze, Hecken oder Grünstreifen sorgen nur dafür, dass das Kitz sich verausgabt und etwas später, in total erschöpftem Zustand, tot gemäht wird.

Auch gilt es zu vermeiden, dass die Ricke in Panik verfällt und sich nicht mehr traut, ihrem Kitz zu Hilfe zu kommen. In diesem Fall bleibt das Kleine einfach liegen – und ist dem Tod geweiht .
Weitere Informationen hierzu finden Sie unter „Vorbeugende Maßnahmen“. (Link zu 4b-4)
Fragen zum Einsatz von Feuermeldern beantwortet gerne Herr Klaus Schwab, Jadgaufseher und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft in Bobenhausen II unter der Nummer 06645 1389.

Achtung: Sollte sich ein Feld in Hörweite einer Siedlung befinden, sollten Vorkehrungen getroffen werden:

  • Informieren Sie die Anwohner über Ihr Gemeindeblatt
  • Informieren Sie Polizei und Feuerwehr darüber, dass eventuell Hinweise aus der Bevölkerung kommen, die das Piepsen missinterpretieren.