Es gibt vieles, was Sie tun können, um die kleinen Leben zu schonen. Auch die
Erfahrungen Ihrer Kollegen helfen Ihnen, selbst Maßnahmen zu ergreifen.

Wir haben für Sie einen Ablaufplan erstellt, der es Ihnen und Ihrem Revierpächter erleichtert, die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt zu ergreifen.

Die Deutsche Wildtierstiftung stellt den "Praxisratgeber Mähtod" kostenlos zur Verfügung.

Zudem hat die Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern, kurz ALB Bayern e. V. den Mähknigge verfasst - ein Standardwerk für jeden Landwirt, der Silage- oder Heuwiesen bewirtschaftet.

Der sicherste Platz wird für Kitze zur Gefahr, wenn er vor dem Mähen unterschätzt wird.

 

  • Nachbar-Wiesen
    Es kann vorkommen, dass Ihre Nachbarn etwas früher mähen als Sie und folglich umliegende Wiesen von Jungtieren befreit werden, bevor die Kreiselmäher anrücken.
    Sollten Sie eine Wiese haben, die inmitten von oder in unmittelbarer Nähe zu bereits gemähten Flächen liegt, bedenken Sie bitte, dass die Tiere dieser umliegenden Wiesen sich in Ihre geflüchtet haben könnten. Lassen Sie deshalb bitte besondere Vorsicht walten!
  • Strommasten
    In der Nähe von Strommasten können Drohnen schlecht fliegen. Was sich unmittelbar am Fuß des Masten befindet, muss deshalb unbedingt zu Fuß herausgefunden werden. Da das Mähwerk - anders als die Drohne - dort leicht hin kommt, suchen Sie die Wiese um den Fuß des Strommasten bitte sorgfältig ab.
  • Hausnähe
    Rehe scheinen in unserer Kulturlandschaft manchmal mehr zu ertragen als man denkt. Grenzt eine große Wiese an ein Wohngebiet, wäre weit ab der Häuser sicherlich mehr Ruhe für die jungen Tiere. Bitte verlassen Sie sich dennoch nicht darauf, dass die Ricken das genauso sehen. Muss ein Copterpilot einen gewissen Abstand zu Häusern einhalten, suchen Sie das Wiesenstück in Gebäudenähe bitte mit ausreichend Helfern sorgfältig ab. Auch ohne den Einsatz von Drohnen sollten solche Flächenabschnitte nicht unterschätzt werden.

Biogas Wiesen, auf denen Klee, Wicken und Roggen stehen, bieten eine besonders gute Deckung. Kitze, die unter dichtem Klee liegen, werden selbst von Drohnen oft schlecht gesehen. Tau kann die Sicht zudem verschlechtern.

Verlassen Sie sich deshalb in dem Fall bitte nicht allein auf das Kamerabild!
Ergreifen Sie - zusätzlich zur Drohne - eine Kombination aus Maßnahmen. Eine Biogas-Wiese sollte engmaschig abgesucht werden. Stellen Sie zusätzlich bitte Wildretter über Nacht und laufen vor der Mahd noch einmal durch das Feld.

Es kostet Sie nichts, der Aufwand ist der selbe.

Wenn möglich, mähen Sie in zwei oder mehreren Etappen. Lassen Sie einen Teil der Wiese stehen, sollten Sie darin Jungtiere vermuten. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Ricken ihre Kitze nachts weiter weg führen und Sie die zweite Hälfte am nächsten Tag verlustfrei mähen können.

Diese und viele weitere Tipps finden Sie im "Praxisratgeber Mähtod" der Deutschen Wildtierstiftung

"Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, ich bin am Abend vor der Mahd mit dem Hund durch die Wiese gelaufen." - Die Überraschung ist groß, wenn das, was bisher erfolgreich war, auf einmal nicht mehr funktioniert. Doch etliche Maßnahmen haben mit den Jahren ihre Wirkung eingebüßt.

Die jährlichen Zahlen verletzter und getöteter Tiere legen dabei offen, was funktioniert und was nicht.
Eine herkömmliche Maßnahme alleine reicht oft nicht mehr aus. Auch kann man sich nicht mehr darauf verlassen, dass Maßnahmen noch genauso greifen wie vor 30 Jahren.

Gründe dafür könnten sein:

Die Flächen sind in den letzten Jahren immer weiter gewachsen und inzwischen oft viel zu groß geworden, um Schutzmaßnahmen darauf alleine bewältigen zu können.

Des Weiteren musste sich besonders Rehwild als Kulturfolger (es gewöhnt sich an Veränderungen in der Umgebung) über die vielen Jahre steigenden Freizeitdrucks an so viel Störung gewöhnen (Radfahrer, Geschrei, Müll in der Landschaft, der stetig raschelt, Hunde, die durch Wiesen rennen, menschlicher Geruch etc.), dass etliche Maßnahmen, die vor 30 Jahren noch funktioniert haben, heute vielerorts ihre abschreckende Wirkung eingebüßt haben.

Seien Sie sich bitte nie zu 100 % sicher, dass sich kein Tier in Ihrer Wiese befindet. Diverse Gründe sprechen immer für Vorsicht:

So wie es den idealen Zeitpunkt zum Mähen gibt - nämlich wenn das Gras saftig, dicht und hoch genug ist - so hängt auch die Setzzeit von diesen Faktoren ab. Je nach Klima, Witterungsbedingungen und entsprechenden Gegebenheiten kann es vorkommen, dass erste Kitze bereits Anfang April oder bis spät in den Juli hinein gesetzt werden.

So könnten auch bei der Heumahd noch Kitze in der Wiese liegen, deren Fluchtinstinkt nicht ausgebildet ist.
In dieser denkbar ungünstige Situation bietet sich der kombinierte Einsatz einer Drohne mit Wärmebildkamera und eine an den Traktor montierte Schallkanone an - zum Schutz frisch gesetzter Jungtiere und derer, die vor dem Geräusch der Schallkanone flüchten.

Wird ein Mähtermin angesetzt, muss dieser unbedingt eingehalten werden. Der uns zur Verfügung gestellte Ablaufplan verdeutlicht, dass Rettungsmaßnahmen sehr genau an den Mähtermin angepasst sind.

Auch der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras ist nur sinnvoll, wenn zeitnah nach dem Abfliegen gemäht wird. Handelt es sich nicht um Klee-Wiesen (hier sind wegen des dichten Bewuchses oft mehrere Maßnahmen in Kombination notwendig), sind Drohnen aktuell das sicherste Mittel, um die kleinen Tiere zu finden. Hat man sie aufgespürt, werden sie aus der Wiese getragen und unter einem Wäschekorb oder in einem Karton mit Luftlöchern gesichert. Dort sollten sie natürlich nur so kurz wie möglich bleiben müssen. Wird die Mahd verschoben, müssen die Tiere wieder frei gelassen werden - die Arbeit war umsonst.

In seltensten Fällen reicht die Beunruhigung aus, um die Ricke daran zu hindern, das Kitz wieder in die Wiese zu führen. Meistens liegt das Jungtier zum neuen Mähtermin wieder in der Wiese.

Selbst wenn alle Hebel in Bewegung gesetzt waren, vor der Mahd kein Kitz gefunden werden konnte und die Wiese frei scheint, kann es doch zu tragischen Unfällen kommen. Beim Einsatz großer Mähmaschinen bekommt man so etwas meistens nicht mit.

Deshalb: Suchen Sie bitte nach der Mahd die Wiese noch einmal ab, um sicher zu gehen, dass kein verletztes Tier darin liegt, das schnellstens erlöst werden muss.

Lassen Sie sich getätigte Maßnahmen von Jagdpächter und Helfern bescheinigen. So können Sie im Falle eines Falles belegen, nicht untätig gewesen zu sein.
Ein Blanco-Formular stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.
Einfach ausdrucken und zum Einsatz mitnehmen.

Mit bestem Dank an den Landesjagdverband Baden-Württemberg.

Vorbeugen ist besser als Retten…

denn jede Möglichkeit sollte ergriffen werden, nicht nur dem Reh, sondern allen „Offenlandarten“ ein Leben neben unserer Landwirtschaft zu ermöglichen.

Hecken und Feldgehölze sollten zu dem Zweck stehen gelassen, gepflegt oder neu angelegt werden. Rehe, aber auch andere kleinere Säugetiere und Bodenbrüter brauchen Verstecke – schließlich ist niemandem geholfen, wenn die Tiere von einer Wiese auf die nächste flüchten und so vom Regen in die Traufe kommen.

Breite Feldränder sind nicht nur vorgeschrieben, sondern auch nützlich. Sie sollten mit Saatgut bepflanzt oder eingesät sein, das Rehen schmeckt und Kitze verdeckt. Das Reh als „Konzentratselektierer“, sprich, Feinschmecker, schätzt Wildkräutermischungen.

Für Rebhühner und Hasen darf man dafür in Getreidefeldern einen etwas breiteren Abstand zwischen den Halmen lassen, und auch das eine oder andere Unkraut dulden, das wiederum z. B. von Feldhasen goutiert werden kann.
Im Herbst kann das Stoppelfeld gerne noch ein wenig stehen bleiben, auch das freut Hase, Reh und Rebhuhn gleichermaßen. Außerdem findet der Feldhamster noch das eine oder andere Krümchen.

A propos Hamster: So genannte „Hamsterstreifen“ in der Mitte eines Feldes nutzen nicht nur dem Namensgeber, sondern auch andere Tiere finden hier Zuflucht, auch das Reh sowie diverse Insekten – diese wiederum sind für die Küken des Rebhuhns lebenswichtig.

Das Mulchen mithilfe von schweren Walzen ist hingegen eher kontraproduktiv, fallen ihm doch nicht nur Junghasen, sondern auch jede Menge Gelege von Bodenbrütern und Insekten zum Opfer. Auch sollte aus Rücksicht auf Feldhamster nicht allzu tief gepflügt werden.

Einen erfolgreich erprobten Ablaufplan stellen wir Ihnen hier zur Verfügung (mit bestem Dank an Berufsjäger, Reiner Schneider).

Einige Fragen tauchen naturgemäß auf, wenn Sie das erste Mal mit einem Drohnenpiloten zusammenarbeiten.

  • Wann wird geflogen, wann gemäht?
    Anders als bei konventionellen Methoden ist die Suche mit Drohnen nur sinnvoll, wenn kurz darauf gemäht wird. Während Vergrämungsmaßnahmen darauf abzielen, Ricken dazu zu bewegen, ihre Kitze nachts selbst aus dem Feld zu führen, umgeht man mit Drohnen den tierischen Instinkt. Die Entfernung der Kitze aus dem Feld übernehmen hierbei Menschen, sobald die Tiere durch die Drohne aufgespürt worden sind. Das Jungwild wird in Kartons oder Wäschekörben gesichert bis die Mahd vorbei ist. Selbstverständlich sollten die Kleinen nicht allzu lange "in Gefangenschaft" bleiben.
  • Kann zu jeder Zeit geflogen werden?
    Da Drohnen mit Kameras ausgestattet sind, die den Wärmeunterschied zwischen Wiese und Kitz erkennen müssen, ist eine erfolgreiche Suche zeitlich nur begrenzt möglich. Wird es insgesamt zu warm, heizt sich auch die Umgebung um die Tiere herum auf und man kann Kitze nicht mehr sehen. Es bietet sich deshalb die Suche am frühen Morgen an.
    Kühlt es gegen Abend deutlich ab - und wird am selben Abend noch gemäht (!) -, ist auch dann ein Flug möglich. Nacht-Flüge vor und nach Sonnenuntergang sind grundsätzlich nicht erlaubt.
  • Wie viel Fläche kann auf einmal abgesucht werden?
    Das hängt vom Equipment des Piloten ab und liegt zwischen 3 ha pro Akku und 1 ha pro Minute. Eine detaillierte Absprache im Vorfeld ist deshalb wichtig. Setzen Sie im Falle eines Falles Prioritäten für die zu befliegenden Flächen und kalkulieren Sie die spätere Mahd eines Teils der Flächen ein.
  • Wann sollte ein Drohnenpilot gebucht werden?
    Ein Vorlauf von 2-3 Tagen ist vorteilhaft, um den Piloten die Möglichkeit zur Planung zu geben. Sollte nach längerer Kälte- und/oder Regenzeit eine kurze Periode guten Wetters in Sicht kommen, melden Sie sich am besten noch früher. In solchen Situationen ist nämlich davon auszugehen, dass überall gleichzeitig gemäht wird und das Angebot an Piloten knapp werden kann.

Hier finden Sie eine Liste an Copter-Piloten.

Wenn Ihnen Hilfe angeboten wird, heißt das nicht, dass man Ihre berufliche Kompetenz in Frage stellt. Selbst wenn viele Menschen zusammenarbeiten, bleibt die volle Verantwortung bei demjenigen, der die Maschine lenkt.
Nähere Informationen dazu finden Sie unter "Rechtliches".